Flexibel Puenktlich
Der Zug hat voraussichtlich fünf Minuten Verspätung. Diese Ansage hören wir zu genüge, sie ist fast obligatorisch.
Neulich bin ich mal wieder quer durchs Land gefahren. Am liebsten nehme ich die Bahn, besonders, wenn das Ziel keinen Flughafen in der Nähe hat. Einsteigen und losfahren ist die Devise, keine Passkontrollen und keine Gepäckaufgabe.
Auf der Hinfahrt verlief alles Reibungslos, die Umsteigezeiten waren angenehm mit 10-30 Minuten. Die Zeit reicht, wenn alle Züge ihren Fahrplan einhalten und keine technischen Ausfälle oder sonstige Störfaktoren den Bahnbetrieb behindern.
Wenn jedoch der erste Zug schon Verspätung hat, kann die Umsteigezeit knapp werden. So geschehen auf der Rückfahrt.
Ich komme am Bahnhof an, kontrolliere meine Zugnummer mit der Anzeigetafel und stelle fest, dass mein Zug fünf Minuten Verspätung hat. Da schaue ich mir die Umstiegszeiten an und merke dass es etwas knapp werden könnte mit der nächsten Zugverbindung. Als Tipp wurde mir auf den Weg gegeben, dass ich den Schaffner fragen soll ob ich den nächsten Zug erreiche. Als meine Fahrkarte abgestempelt wird, frage ich artig und es wird mir versichert, dass man bescheid gibt.
Die Ansage zwischendurch gibt an, dass wir bereits neun Minuten hinterher hängen. Meine eigentliche Umsteigezeit beträgt neun Minuten, wird schwierig den noch zu bekommen. Kurz vor der Station wird durchgegeben, dass der Anschlusszug vier Minuten wartet.
Plötzlich bleiben wir auf einer Brücke stehen. Ich beobachte die Zeiger meiner Uhr, die Zeit rinnt. Noch drei Minuten zum wechseln des Bahnsteigs. Der Zug setzt die Fahrt fort. Als die Bahn dann endlich im Bahnhof einfährt bleiben mir noch zwei Minuten bis zur Abfahrt. Gepäck fest in der Hand stürme ich aus dem Zug. Nach einer kurzen Orientierungsphase renne ich die Treppen rauf und runter und erreiche meinen Anschlusszug.
Nachdem ich dann durch den halben ICE gelaufen bin, suche ich meinen reservierten Platz . Nach etwa fünf Minuten wird die Fahrt fortgesetzt. Das Notebook ist aufgeklappt und ich habe mich gerade an meinen Platz gewöhnt, kommt knapp eine halbe Stunde später die Durchsage, dass es technische Probleme gibt und die Reise nur mit 200km/h statt mit 250km/h fortgeführt werden kann. Dadurch ergeben sich Verspätungen die zu entschuldigen sind. Ich sehe meine geplante Weiterfahrt gefährdet, da ich noch einmal umsteigen muss.
Der zuständige Zugbegleiter gibt durch, dass Fahrgäste mit meinem Ziel eine Station früher umsteigen sollen, da dort der Anschlusszug auch hält und dieser dann früher weiterfährt. Ich denke nur an meinen Sitzplatz im nächsten Zug, da ich diesen ja erst eine Station später beansprucht habe.
Beim nächsten Halt funktioniert der Umstieg problemlos. Als wir einfahren ist der Anschlusszug noch nicht da. Ungefähr drei Minuten später hält die Bahn auf dem Nachbargleis. Die Reise kann also weiter gehen. Drei Stunden später komme ich dann pünktlich an meinem Zielort an.
Fazit: Trotz der technischen Probleme und Verspätungen am Anfang bin ich wie geplant zu Hause angekommen. Die Bahn versucht im Bereich Service eine Menge wieder gut zu machen, was ihr bei meiner Fahrt gelungen ist.
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